One day in Key West

Rundreise Tag 3

Am Morgen unseres dritten Tages klingelte der Wecker in Miami früh – eine lange Fahrt nach Key West wartete auf uns. Nach dem check out (was wir übrigens – sowie auch den Check Inn – in Amerika stets als sehr unkompliziert und wenig zeitaufwenig empfanden) haben wir noch schnell Kaffee und Muffin als Stärkung gefrühstückt und dann ging es für uns schon los. Knappe 3,5 Stunden Fahrt sind es von Miami Beach aus nach Key West und außer einen Stopp im Supermarkt, um uns mit ausreichend Wasser und ein paar Snacks einzudecken, hatten wir nichts geplant. Bereits in Deutschland hatte ich via Spotify eine Playlist für lange Autofahrten zusammengestellt, denn die Radiosender in Amerika können mit der Zeit recht eintönig werden. Zu unserem Zeitpunkt liefen ‚Despacito‘ und ‚Shape of You‘ gefühlt immer abwechselnd auf jedem Sender. So sehr ich die Lieder auch mag – oder nach dem häufigen hören aktuell eher „mochte“ – ein bisschen Abwechslung ist doch ganz nett.

Gegen 12:30 sind wir in unserem „schnuckeligen“ Hotel angekommen. Wer meine Vorberichte bereits gelesen hatte, weiß das ich mich auf diesen Halt schon sehr gefreut hatte. Das „Southernmost Inn“ erwies sich tatsächlich als super süßes, kleines und total gemütliches Hotel. Von außen typisch im Südstaaten-Stil – innen alles hauptsächlich in weiß eingerichtet. (Hotelbewertung?!?) Check-Inn Zeit ist meist überall erst ab 15:00, daher haben wir nur unser Auto schon mal am Hotel geparkt und uns zu Fuß auf den Weg richtung „Stadt“ gemacht. In Key West gibt es zwei Straßen, auf denen „was los ist“ – zum einen die Duval St. sowie die Whitehead St. Beide bis zum Ende durchgelaufen gelangt man immer an den bekannten Sunset Pier.

Wir haben erst mal den Weg Richtung „Southernmost Point“ eingeschlagen, da nur knappe 5 Gehminuten vom Hotel entfernt und in der Hoffnung, in der Mittagshitze etwas weniger Menschen dort anzutreffen. Nunja, dem war dann nicht wirklich so – allerdings war es uns auch zu blöd, für ein Standard-Touri-Foto knappe 30 Minuten in der Mittagssonne anzustehen. Direkt vor dem Punkt ist ein kleines Mäuerchen, auf dem wir kurzerhand für ein „halloichbinsAnniundwaramsüdlichstenpunktvonamerika“ – Foto posierten. Den Richtigen Moment abgewartet, schaut es sogar hier so aus, als wäre ich ganz alleine dort. 😉

img_5607.jpg

Anschließend schlenderten wir Richtung Duval Street und suchten uns erst mal einen Platz zum ausruhen und einen kleinen Mittagssnack. So wurden wir von der Live Musik im Viva Saloon Key West  angelockt. Ein Gitarrenspieler trällerte fröhlich ein paar leichte Hits vor sich hin, während wir uns in einem Schattenplätzchen von der Mittagssonne mit ungesüßtem Eistee und ein bisschen Fingerfood erholten. So hatten wir uns den Urlaub vorgestellt.

Mal wieder ein Tipp für alle, die zum ersten Mal nach Amerika reisen: Wenn in der Speise-/Getränkekarte nur eine Sorte Eistee zu finden ist, ist es grundsätzlich kalter „ungesüßter“ schwarzer Tee – es sei denn die Kellner fragen gezielt, ob „sweet“ or „unsweet“ Da ich persönlich meinen Tee grundsätzlich ungezuckert trinke, macht mir diese kalte Teevariante garnichts aus, ich finde sie im Gegenteil sehr erfrischend und man erhält bei diesem Getränk auch oft „free refills“ , also es wird immer fleißig nachgeschenkt, man zahlt jedoch nur einmal.

Gestärkt liefen wir nun die Duval Street runter, an etlichen Bars, kleinen Shops und süßen Boutiquen vorbei, bis wir schließlich den „Sunset Pier“ erreichten. Hier erhält man wirklich einen tollen Blick auf das türkisblau schimmernde Meer und kann den Ausblick am Mittag auch noch fast alleine genießen, denn zum Sonnenuntergang am Abend tümmeln sich hier die Menschen. Dazu später mehr. Den Rückweg zum Hotel schlugen wir über das berühmte Straßenschild – MILE 0 – ein und bogen hier und dort immer mal von der Hauptstraße ab. Ich finde die Gegend mit den hübschen Südstaatenhäusschen, Verandas und Vorgärten und den vielen mintfarbene Akzenten einfach super schön und genoss es daher, über ein paar untouristische Nebenstraßen zu schlendern und die schönen Bauten zu bestaunen. Auf Empfehlung unseres Reiseführers steuerten wir auch noch den Friedhof in Key West an, hier waren wir allerdings ziemlich enttäuscht. Bis auf einen hübschen Leguan, der die Sonne auf einem der Grabsteine genoß, lange nicht so sehenswert wie beschrieben und an diesem heißen Tag mit zu wenigen Schattenplätzen ausgestattet, um lange Zeit dort zu verbringen. Angeblich sollen hier auf Grabsteinen witzige „Sprüche“ oder Anekdoten zu finden sein, die suchten wir allerdings die zehn Minuten dort vergeblich.

Schließlich im Hotel angekommen bezogen wir erst mal unser gemütliches Dachgeschosszimmer – natürlich mit Klimaanlage – und hüpften in unsere Badeklamotten. Nach dem vielen laufen in der Sonne sah der kleine Pool einfach zu einladend aus, um nicht hineinzuspringen. Die Abkühlung und einen „Afternoon-Cocktail“ zur Happy Hour genossen, machten wir uns fertig um mit dem Fahrrad zum Abendessen und Sonnenuntergang noch mal zurück in die Stadt zu fahren. Man konnte die Fahrräder praktischerweise direkt bei uns im Hotel für 15Dollar / Tag leihen und da ich mir bereits Blasen an den Fußsohlen gelaufen hatte, kam mir dieses Transportmittel sehr recht.

Am Sunset-Pier waren nun etliche kleine Ständchen und Snackbuden aufgebaut und viele Menschen versuchten sich bereits die besten Plätze fürs „Sunset watching“ zu sichern. Wir sicherten uns erst mal eine unfassbar leckere, frisch vor uns zubereitete Quackamole und konnten uns auch anschließens am Steg noch einen schönen Platz mit Ausblick auf die untergehende Sonne sichern. An der Bar noch unseren Lieblingscocktail Mojito to go eingesammelt, warteten wir nun mit vielen anderen gemeinsam auf das Spektakel. Hier lasse ich mal die Bilder weitersprechen:

Kleine Eckangaben dazu: Die nette Frau in unserem Hotel erläuterte uns vorab, das es zwei schöne Plätze für den Sonnenuntergang gäbe: den mehr oder weniger überlaufenen Pier oder eine etwas ruhigere Stelle, die sie uns auf der Stadtkarte markierte. Auf unseren Rädern quer durch Key West zu dem „ruhigen“ Plätzchen, scheiterten wir jedoch bei der Suche und beschlossen auf Grund des Einbruches der Dämmerung zum Sunset-Pier zu fahren, um nichts zu verpassen und auch direkt alle Restaurants zum Abendessen in der Nähe zu haben. Letzendlich lag vor der knallroten Abendsonne eine kleine Insel, durch die uns die Sonne verborgen blieb. Schön war es trotzdem – auch wenn wir nächstes mal die Suche nach dem ruhigeren Plätzchen früher beginnen würden. Wir wurden anschließend in Key Largo dafür entschädigt (später mehr dazu 😉 ) , wenn man jedoch 2 Abende in Key West zur Verfügung hat und das Wetter mitspielt, sollte man beide Varianten als Option für den schönen Sonneziehen.

Nach dem wir in einem kleinen Restaurant noch unser Abendessen eingenommen hatten, machten wir uns auf den Weg zurück zu unserem Hotel, um den Abend gemütlich auf der Dachterasse ausklingen zu lassen. Am nächsten morgen rief schon die Weiterfahrt nach Key Largo.

Ich hatte eigentlich vor, beide „Keys“ in einem Blogeintrag zusammenzufassen, da unser kleines Hotel in Key Largo allerdings zu meinem Highlight der Reise gehörte, möchte ich es nicht am Ende dieses langen Textes untergehen lassen, sondern es in einem separaten Blogeintrag mit Euch teilen. Nach den Bildern werdet ihr es verstehen, wenn Ihr keine Menschen seid, die nur Action, sondern auch mal Ruhe und ein wenig Romantik suchen.

Lasst mir bei Fragen, Wünschen oder Anregungen gerne ein Kommentar unter diesem Beitrag da oder schickt mir direkt eine E-Mail an: anni.wanderlust@mail.de

 

Wunderbare Grüße,

eure Anni

  1. Hach, Key West … ❤
    Danke für die superschönen Bilder und deine Erzählungen von eurer Zeit in Key West. Für mich war der Besuch in Key West eines der Highlights des Urlaubs. Nur irgendwie ging das mit dem "Mile 0"-Schild total an mir vorbei … 😦
    Viele liebe Grüße, Karina

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s