Geburtsbericht Teil 1

Es ist Freitag, der 09.März 2018 und wir befinden uns in #ssw40 – 2 Tage vor errechnetem ET. Der Liebste hat seit gestern Urlaub und wir verbringen den Vormittag in einem Einkaufszentrum in der Nähe. Ein bisschen Bummeln – Bewegung soll ja gut sein. Natürlich immer wieder mit ein paar Sitzpausen, die Beschwerlichkeit lässt sich in der 40. Schwangerschaftswoche nicht mehr leugnen.

Gegen 15:00 sind wir von unserem kleinen Ausflug zurück gekommen und schon bei der letzten Treppenstufe (unsere Wohnung befindet sich im 2.Stock) habe ich ein seltsames Gefühl im Schritt. Beim Gang auf die Toilette muss ich dann feststellen, dass mein Schleimpfropf sich gelöst hat. Zum Glück hatte ich vorher darüber gelesen & war über den leicht blutigen Ausfluss nicht verwundert oder erschrocken. Ich weiß – es ist nur eine kleine Ankündigung des Körpers, das er so langsam bereit ist & es kann sogar sein, dass sich anschließend die Geburt noch eine weitere Woche hinauszögert. Aber ja, irgendwie freute ich mich über dieses lang ersehnte Zeichen, dass irgendwas passiert – dass wir uns wohl tatsächlich auf der Zielgeraden befinden.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir gemütlich auf der Couch. Marcel konnte man so langsam aber sicher auch die steigende Aufregung etwas anmerken. Wo er ja am morgen noch unserer Bauchbewohnerin verkündete: Ich durfte noch mal zwei Tage ausschlafen, jetzt bin ich wirklich bereit – Du darfst jetzt zu uns kommen. Allerdings war bei mir weiterhin alles ruhig – von Vorwehen war ich ja bisher eh nur ganz wenig geplagt.

Um sich für die nächsten Wochen einzugrooven, stand Marcel gegen 18:00 in der Küche um unser Abendessen zuzubereiten – Linsensuppe stand auf dem Plan. Als wir schließlich zu Essen begannen, fuhr mir noch am Esstisch der erste – deutlich andere und stärkere – Schmerz durch den Unterleib. So plötzlich er da war, war er auch schon wieder verschwunden. Huch – was war denn das? War das tatsächlich die erste Wehe? Ich begann weiter zu essen als mich kurze Zeit später auch schon der nächste Schmerz einholte. Der Hunger war ziemlich verflogen, ich versuchte allerdings an mich zu appellieren: sollte es wirklich losgehen, brauche ich die Energie! Also schaufelte ich etwas gequält auch noch den Rest meines Tellers in mich rein, bevor ich mich wieder Richtung Couch orientierte. Dort angekommen lies auch die nächste Wehe nicht lange auf sich warten.

Geht es jetzt wirklich los? Irgendwie unwirklich und doch konnte ich mich an den Satz meiner Hebamme gut erinnern: „Wenn es wirklich Wehen sind, wirst Du es wissen.“ Und ja – ich wusste es. Ab der nächsten Wehe begann Marcel mal auf die Uhr zu schauen. Alle 5-8 Minuten durchfuhr mich der Wehenschmerz. Hatte ich mir doch ausgemalt, möglichst lange Zuhause zu bleiben und irgendwie zu entspannen, waren wir uns beide recht schnell einig, dass wir doch schon ins Krankenhaus fahren wollten. Unerfahren und zum ersten Mal schwanger, sehnte ich mich irgendwie nach Sicherheit und Bestätigung.

Die Taschen waren ja bereits gepackt und Marcel warf nur noch letzte Dinge wie Handyladegeräte hinein während ich mir meine Jogginghose überzog. Der Gang durchs Treppenhaus und die Tür die hinter mir ins Schloss fiel waren ein seltsames Gefühl. Das nächste Mal würde ich unser Zuhause schon mit unserem Fantenmädchen im Gepäck betreten. Der Weg zum Krankenhaus war uns gut bekannt und so lehnte ich mich auf dem Beifahrersitz zurück, veratmete die vier Wehen, die auf der 25 minütigen Fahrt auf mich einwirkten, während Marcel sicher die Strecke zurücklegte – dabei eine Hand aber nie von mir lies. Es geht tatsächlich los, in ein paar Stunden werden wir Eltern sein. Oder vielleicht auch in ein paar mehr…

Um 20:30 sind wir im Krankenhaus angekommen und haben den Weg Richtung Kreissaal angesteuert. Einen kurzen Halt mussten wir auf der Hälfte der Strecke allerdings machen – wieder eine Wehe. Ich war bereits zur Voranmeldung im Krankenhaus gewesen und wurde direkt ans CTG angeschlossen. 20:45 – jetzt lag ich plötzlich selbst hier in diesem Zimmer, dass bei den vorherigen zwei Besuchen von anderen Frauen unter Wehen belagert war. Mindestens eine halbe Stunde sollte ich nun hier liegen. Marcel versorgte mich bereits rührend mit Wasser & sich selbst erst mal noch mit Kaffee. Da wusste er allerdings noch nicht, dass noch viele weitere Kaffees folgen würden…

Fortsetzung folgt im Laufe der Woche. 🙂

Wunderbare Grüße

Eure Anni

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