Geburtsbericht Teil 2

… 20:45 – jetzt lag ich plötzlich selbst hier in diesem Zimmer, dass bei den vorherigen zwei Besuchen von anderen Frauen unter Wehen belagert war. Mindestens eine halbe Stunde sollte ich nun hier liegen. Marcel versorgte mich bereits rührend mit Wasser & sich selbst erst mal noch mit Kaffee. Da wusste er allerdings noch nicht, dass noch viele weitere Kaffees folgen würden.

Das CTG zeichnete deutlich meine Wehen auf und ich war gespannt auf die nun folgende Untersuchung der Ärztin. Doch leider machte sich etwas Ernüchterung breit – Wehentätigkeit ja, Muttermund weich aber noch nicht geöffnet. Es wäre gelogen wenn ich behaupten würde, dass ich nicht ein klein bisschen enttäuscht war. Natürlich – wir sind recht zeitig ins Krankenhaus gefahren und es ist ja meine erste Geburt, aber so 2cm wären schon irgendwie motivierend gewesen. Also folgte erstmal die klassische Anweisung: wir sollen mal mindestens noch eine Stunde spazieren gehen.

Gesagt getan bewegten wir uns also langsam auf den Krankenhausgängen auf und ab – immer wieder mit Stopps zum Wehen veratmen. Allerdings hatte ich schnell das Gefühl, das die Wehen stärker wurden und mir wurde mit jeder Wehe gleichzeitig ziemlich übel. Ich hatte das Gefühl, mich jeden Moment übergeben zu müssen, also beschlossen wir zurück zum Kreissaal zu gehen. Knappe 45 Minuten waren nun seit dem Loslaufen vergangen.

Zurück im Kreissaal schilderten wir der für uns zuständigen Hebamme [die übrigens super lieb und ich unglaublich erleichtert war, dass wir hier an eine mir gleich sympathische und sehr erfahrene Frau geraten waren] kurz die Situation. Sie hatte einen Kreissaal frei und hat uns den Vorschlag gemacht, erst mal eine Runde in die Wanne zu gehen, um vielleicht noch etwas entspannen zu können. Ehrlich gesagt – ich hab mir vorher über die Wanne eigentlich keine Gedanken gemacht. Grundsätzlich gehöre ich nicht zu den Menschen, die gerne baden – mir wird das irgendwie immer schnell zu heiß alles. Aber da ich die Gabe von Schmerzmitteln erst Mal noch etwas umgehen wollte, entschied ich mich es einfach mal zu probieren.

Kurze Zeit später fand ich mich also tatsächlich in der Wanne vor. Es war auch keine Geburtswanne, sondern eine normale Badewanne und die Ecke, in der selbige sich befand, war wirklich schön gemacht. Anfangs konnte ich hier zwischen den Wehen tatsächlich etwas entspannen, den Liebsten immer an meiner Seite. Doch die Wehen wurden wieder stärker und die Übelkeit kam zurück. [Nur so viel – Linsensuppe mag ich aktuell noch nicht wieder essen…] Allerdings sagte mir die Hebamme vorher schon, als ich ihr von meiner Übelkeit berichtete, dass es gut wäre „wenn es raus“ ist und es würde mir dann sicher besser gehen. Noch ein Mittel gegen Sodbrennen und ja, dann ging es mir wirklich besser. Neben dem Wehenschmerz sind alle anderen körperlichen Leiden nämlich einfach nur lästig – als wäre man noch nicht genug bedient. Ich verweilte noch etwas in der Wanne [im Krankenhaus gibt es Spuckbeutel und das Wasser war noch clean 😉 ] bis ich mich nicht mehr wohl fühlte und auch einfach nicht mehr wusste, wie ich meinen Körper bei den Wehen in der Wanne „setzen – stellen – legen“ sollte.

Mittlerweile war es Mitternacht und die Hebamme wollte nun erst mal nach meinem Muttermund schauen. Ich war gespannt, ob und wenn ja wie viel sich getan hatte und ja – es hatte sich etwas getan. 3cm war mein Muttermund nun geöffnet. Die kurze Freude darüber wurde allerdings gleich von der nächsten Wehe überschattet und gleichzeitig wurde mir klar, wie lange ich diese Schmerzen noch aushalten musste. [Erste Geburt – wenn es so weiter ging, etwa 1cm in einer Stunde…] Ich wartete die nächsten Wehe ab und beschloss, mir ein leichtes Schmerzmittel verabreichen zu lassen.

Kurze Nebeninfo: ich wurde in der Schwangerschaft positiv auf B-Streptokokken (kommen bei 30% der Frauen in der Scheidenflora vor und sind außerhalb der Schwangerschaft harmlos) getestet, daher musste ich von Beginn des Geburtsprozesses an ein Antibiotikum intravenös verabreicht bekommen, damit das Baby bei Geburt nicht infiziert werden kann, denn für die Kleinen kann das sehr gefährlich werden.

Der Zugang in meiner Hand war eh schon vorhanden & so kam die Hebamme meinem Wunsch nach einem Schmerzmittel schnell nach. Nun lag ich da, an der einen Bettseite immer Marcel bei mir & wehenveratmend (und verschreiend – ja ich begann tatsächlich relativ früh geräuschvoll die Wehen auszuhalten – hatte ich im Geburtsvorbereitungskurs noch gedacht, dass mache ich bestimmt nicht. Ihr Lieben Bald-Mamas die das hier lesen – macht euch keine Gedanken und schreit einfach wenn euch danach ist! Ich musste es einfach irgendwie „ablassen“ und das war für mich in dem Moment das beste Ventil dafür. Es ist eure Geburt – lasst euch davon leiten und macht, was euch in dem Augenblick hilft oder gut tut – auch wenn ihr alles zusammen schreit) beobachtete ich, wie sich das Schmerzmittel langsam leerte. Ich wartete. Wartete auf Erleichterung, irgendein kleines Anzeichen, dass das Mittel anfängt zu wirken. Wartete. Vergebens….

Fortsetzung folgt.

Wie immer wunderbare Grüße

Eure Anni

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